译林出版社

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kaythomas - 2004-4-8 11:47:00
ABGEHÖRT

Die wichtigsten CDs der Woche

Neues von Modest Mouse, Lali Puna, Shannon Wright und Regy Clasen sowie drei kostbare Re-Issues von Fleetwood Mac.

Modest Mouse - "Good News For People Who Love Bad News"
(Epic/Sony)


Isaac Brock ist ein Geschlagener und ein Geschundener, einer, der nicht gern über die Musik seiner Band Modest Mouse spricht. Dafür aber über Drogen, Depressionen, Halluzinationen und also über die Gespenster, die er sieht. Wie jeder vernünftige Mensch hört er gern die Pixies und The Cure und nachdem Built To Spill 1997 mit "Perfect From Now On" den Indie-Rock revolutionierten, revolutionierte Brock ihn mit "The Lonesome Crowded West" im selben Jahr gleich noch einmal. Er stellt auch weiterhin die richtigen Fragen ("Are you dead or are you sleeping?"), zitiert Tom Waits ("This Devil's Workday") und spielt seinen kleinteiligen und vollkommen grenzenlosen Gitarren-Rock wie niemand mehr seit den Archers Of Loaf. In Brocks Texten gibt es immer noch keinen Trost, nur Trailerparks und verkarstete, vergessene Landstriche wie in den mächtigen Romanen von Cormac McCarthy. Modest Mouse haben auf "Good News For People Who Love Bad News" die Kraft des Scheiterns perfektioniert. Und wenn sie in diesem Jahr nur drei Independent-Platten kaufen: Legen sie ihr hart verdientes Geld für die absolut unschlagbaren The Shins, für Seachange und für Modest Mouse zurück. Besser wird es vielleicht nicht mehr. (8) Jan Wigger


Modest Mouse - offizielle Website


Shannon Wright - "Over The Sun"
(Vicious Circle/Indigo)


Nur das Nötigste wissen wir auch über die Privatperson Shannon Wright, die Mitte der Neunziger mit ihrer Band Crowsdell sehr schöne und ordentlich angeschrägte Alben wie "Dreamette" herausbrachte. Ein paar Solo-Platten gab es bereits, doch diese hier, erneut von Steve Albini produziert, scheint die Kompletteste von allen zu sein. Schon von außen betrachtet ist "Over The Sun" grobkörnig, verschwommen und unfertig: Keine Texte, kaum weitere Informationen, ein Schattenriss im Booklet, immerhin. Das Ruppige und das Sanfte spielen zusammen, und doch ist alles Schmerz auf Stücken wie "You'll Be The Death", die vor allem jenen Zeitgenossen Freude bereiten könnte, die "Your Wedding" oder "Be Hit" von Smog bereits totgedudelt haben und zu faul sind, nach den beiden ersten PJ-Harvey-LPs zu suchen. Und nun: Haben sie Spaß. Wenn sie können. (7) Jan Wigger


Shannon Wright - offizielle Website


Lali Puna - "Faking The Books"
(Morr Music/Indigo)


Vor ein paar Wochen konnte man Vines-Sänger Craig Nicholls dabei beobachten, wie er im Musikfernsehen über seine völlig verunglückte neue Platte reden musste. Nach der üblichen, wohl angeborenen Augenverdreherei sagte der Junge etwas derart Kluges, das man ihn auf der Stelle hätte umarmen wollen: Es sei doch recht schwachsinnig und ein großer Unsinn, Rockstars blöde Fragen zu stellen und wer wolle denn das überhaupt lesen, bzw. sehen? Das Interview wurde sogleich abgebrochen, man war versöhnt mit der Welt. Das passt gut zu den im Verborgenen musizierenden und etwas wortkargen Lali Puna, der superschlauen Band aus Weilheim, die freilich völlig andere Musik macht, welche jedoch auch auf "Faking The Books" wieder zu verzaubern weiß. Das Unterkühlte und Distanzierte macht Sängerin Valerie Trebeljahr so schnell niemand nach, Teile von Console und The Notwist sind auch wieder dabei. Ein wie erwartet reizvolles, hauchzartes und tendenziell trauriges Album der angeblichen Lieblingsband von Radiohead. (7) Jan Wigger


Lali Puna - offizielle Website


Regy Clasen - "Wie tief ist das Wasser"
(Rintintin/Indigo)


Es ist doch immer gut, wenn sich Künstler nicht unterkriegen lassen. Das Schicksal der 32-jährigen Hamburgerin Regy Clasen ist geradezu klassisch tragisch: Vor drei Jahren ein tolles, sensibles Singer-Songwriter-Album voller Pop-Melodien und Soul hingelegt, bei einer großen Plattenfirma veröffentlicht, und dann ging dem Label die Puste aus. Vertrag gekappt, Promotion eingestellt, alles aus. Alles aus? Zum Glück nicht: Mit "Wie tief ist das Wasser" meldet sich die Background-Sängerin von hanseatischen Lokalmatadoren wie Michy Reincke und Stefan Gwildis selbstproduziert und charakterlich gestärkt zurück. Die sanften, sehnsuchtsvoll schmachtenden Pop-Melodien sind natürlich noch da, sie werden von Regy Clasen mit glockenklarer Stimme und charmant-direkten Texten zum Leben erweckt. Dass Unabhängigkeit und ein Mini-Label auch Vorteile haben können, zeigt sich übrigens in einem lustigen Gimmick: Der CD liegt ein Rohling bei, der mit Hilfe eines beigefügten Codes mit Live-Aufnahmen der smarten Sängerin gefüllt werden kann, die auf der Website zum Download bereit liegen. Hier gibt's viel echte Musik, sehr viel Gefühl und jede Menge Seele fürs Geld. (7) Andreas Borcholte

Regy Clasen - offizielle Website


Fleetwood Mac - "Fleetwood Mac", "Tusk", "Rumours" (Re-Issues)
(WEA)


Man kann wahrlich nicht klagen über die Leute, die sich in den letzten Monaten damit beschäftigten, deutlich aufgestockte und klanglich überragende Re-Issues unvergessener Künstler auf den Markt zu bringen. Die über alle Maßen erfolgreiche Handelskette "Saturn" ist natürlich viel zu beschäftigt, um mehr als "Fleetwood Mac's Kultscheiben!" anzukündigen, immerhin mit dem Hinweis, dass es sich bei den Wiederveröffentlichungen der drei besten Mac-Alben "Fleetwood Mac", "Tusk" und "Rumours" um so genannte "Deluxe Editionen" mit vier ("Fleetwood Mac", einfache CD), 16 ("Rumours", Doppel-CD) oder gar 21 ("Tusk", Doppel-CD) zusätzlichen Tracks jener Alben handelt, die Spätgeborene erst nach dem Erwerb der etwas schmalzigen Hit-Platte "Tango In The Night" (1987) als Vinyl für höchstens fünf Mark auf dem Trödelmarkt erwarben (ebenso wie die ebenfalls recht häufig im Umlauf befindlichen Platten von Cheap Trick, Santana oder Pavlov's Dog).

"Intense silence/ As she walked into the room/ Her black robes trailing/ Sister of the moon". "Sisters Of The Moon" war, neben "Sara", sicher einer von Stevie Nicks' stärksten Songs auf dem großartigen Doppel-Album "Tusk", das nebenbei unfassbar teuer gewesen sein soll. Der leichtgängige Westcoast-Sound auf "Fleetwood Mac" war deutlich inspirierter als die alten Blues-Platten und kommt in neuer Edition noch besser zur Geltung. Und "Rumours" kennt eh jeder. Wobei nun noch einmal aufs Neue nachzuhören ist, wie unnachahmlich Courtney Love Stevie Nicks' "Gold Dust Woman" zerstört hat. (ohne Wertung) Jan Wigger

Fleetwood Mac - offizielle Website
    摘自德国《明镜》www.spiegel.de
vineland - 2004-4-8 19:34:00
fleetwood mac
好东西,其他的就不知道了
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